Kultur

Senckenberg Naturmuseum: Dinos und Erdgeschichte

An der Senckenberganlage 25 beherbergt das Senckenberg Naturmuseum Frankfurt das einzige originale Diplodocus-Skelett in Europa und über 40 Millionen Sammlungsobjekte.

Senckenberg Naturmuseum: Dinos und Erdgeschichte – Frankfurt-Stadtleben

Einer der größten Naturkundetempel Europas

Das Senckenberg Naturmuseum Frankfurt ist kein gewöhnliches Museum – es ist eines der bedeutendsten Naturkundemuseen der Welt. An der Senckenberganlage 25, nahe der Bockenheimer Warte, beherbergt es rund 40,8 Millionen Objekte in seinen Sammlungen. Davon sind etwa 10.000 Exponate öffentlich ausgestellt, verteilt auf große Ausstellungshallen, die Tiere, Pflanzen, Fossilien und die Geschichte der Erde über Milliarden von Jahren darstellen.

Das Museum ist damit nicht nur eine Sehenswürdigkeit für Familien und Schulklassen, sondern ein international bedeutendes Forschungsinstitut. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus aller Welt kommen nach Frankfurt, um Zugang zu den Sammlungsbeständen zu erhalten, die zu den umfangreichsten ihrer Art auf dem europäischen Kontinent zählen. Wer das Senckenberg besucht, betritt damit zugleich einen aktiven Wissenschaftsraum, in dem Forschung und öffentliche Vermittlung unmittelbar ineinandergreifen.

Gegründet mit Goethes Unterstützung

Die Geschichte des Senckenberg beginnt am 22. November 1817, als 32 naturbegeisterte Frankfurter Bürger – auf Anregung von Johann Wolfgang von Goethe – die Senckenbergische Naturforschende Gesellschaft gründeten. Auslöser war eine kuriose Begebenheit: Ein seltener schwarzer Seehund wurde auf der Frankfurter Messe präsentiert und verwest, was öffentliche Empörung auslöste. Die Gründer wollten wertvolle Naturobjekte für die Wissenschaft bewahren. Seit 1907 befindet sich das Museum in seinem heutigen Gebäude an der Senckenberganlage.

Der Name Senckenberg geht auf Johann Christian Senckenberg zurück, einen Frankfurter Arzt und Stifter des 18. Jahrhunderts, der bereits zu Lebzeiten naturwissenschaftliche Sammlungen förderte. Die Gesellschaft trägt seinen Namen als Verpflichtung, naturkundliches Wissen zu bewahren und für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Über mehr als zwei Jahrhunderte hinweg ist dem Museum diese Aufgabe bemerkenswert treu geblieben – und es hat sie mit jeder Generation um neue wissenschaftliche Erkenntnisse erweitert.

Die beeindruckende Dinosaurier-Sammlung

Wer Frankfurt mit Kindern besucht – oder einfach Dinosaurier liebt –, sollte das Senckenberg nicht verpassen. Das Museum besitzt die größte Anzahl an Dinosaurierarten in Deutschland. Absolute Highlights der Sammlung sind das einzige originale Diplodocus-Skelett in Europa sowie die fossilisierte Mumie eines Edmontosaurus, bei der Haut und Mageninhalt natürlich erhalten geblieben sind. Beide Objekte sind weltweit einzigartige Forschungsobjekte, die Paläontologen bis heute wichtige Einblicke in Körperbau und Lebensweise der Tiere geben.

Die Dinosaurierhallen sind so gestaltet, dass man die Tiere aus verschiedenen Perspektiven erleben kann – manche Skelette überspannen mehrere Stockwerke und lassen das Ausmaß dieser Lebewesen erst wirklich greifbar werden. Neben dem Diplodocus und dem Edmontosaurus finden sich auch zahlreiche weitere Arten, darunter Raubsaurier, Flugsaurier und frühe Säugetiere aus der Kreidezeit, die die Entwicklung des Lebens auf der Erde anschaulich und fesselnd machen.

Was dich im Senckenberg erwartet

  • Das einzige originale Diplodocus-Skelett in Europa – direkt und ohne Glasscheibe erlebbar
  • Eine fossilisierte Dinosaurier-Mumie eines Edmontosaurus mit erhaltener Haut und Mageninhalt
  • Die größte Dinosaurierarten-Sammlung in Deutschland
  • Ausstellungen zu Meerestieren, Säugetieren, Vögeln und der Entwicklung des Lebens auf der Erde
  • Wechselausstellungen zu aktuellen Naturthemen – bis August 2026 läuft „Edmond: Die letzten Tage der Dinosaurier“
  • Besonders familienfreundlich mit interaktiven Stationen für Kinder aller Altersgruppen

Wissenschaft und Öffentlichkeit unter einem Dach

Das Senckenberg ist mehr als ein öffentliches Museum. Es ist ein aktives Forschungsinstitut, dessen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler weltweit Expeditionen unternehmen, neue Arten entdecken und Klimadaten auswerten. Diese Verbindung von Forschung und Vermittlung macht einen Besuch besonders wertvoll: Viele der ausgestellten Objekte sind echte Forschungsfunde, keine Replikate. Das Museum erklärt dabei nicht nur, was Wissenschaft herausgefunden hat, sondern auch, wie Wissenschaft funktioniert – ein Ansatz, der gerade für jüngere Besucherinnen und Besucher außerordentlich wertvoll ist.

Zum Senckenberg-Netzwerk gehören neben dem Frankfurter Haupthaus weitere Forschungsstationen und Museen in Deutschland. Die enge Vernetzung mit Universitäten – darunter die Goethe-Universität Frankfurt – sorgt dafür, dass neue wissenschaftliche Erkenntnisse schnell in die Ausstellungen einfließen. Das Museum bietet auch regelmäßige Führungen, Vortragsreihen und Veranstaltungen für Erwachsene an, die über das klassische Museumsprogramm hinausgehen und Naturwissenschaft als lebendiges, sich ständig entwickelndes Wissensfeld erlebbar machen.

Lage, Anreise und Besuchstipps

Das Senckenberg Naturmuseum liegt an der Senckenberganlage 25, 60325 Frankfurt, im Westend nahe der Bockenheimer Warte. Die U-Bahn-Station Bockenheimer Warte (U4/U6/U7) ist nur wenige Schritte entfernt, sodass eine Anreise ohne Auto problemlos möglich ist. Ideal zu kombinieren ist der Besuch mit einem Abstecher zum nahen Botanischen Garten der Goethe-Universität oder zum Palmengarten, der wenige Gehminuten entfernt liegt.

Wer mit dem Auto anreist, findet in der Umgebung Parkhäuser, unter anderem am Westend und am Campus Bockenheim. Das Museum ist rollstuhlgerecht zugänglich und bietet barrierefreie Zugänge zu den meisten Ausstellungsbereichen. Für größere Gruppen und Schulklassen lohnt sich eine Voranmeldung, da pädagogisch begleitete Programme das Erlebnis erheblich vertiefen und spezifisch auf Altersgruppen zugeschnitten werden können. Einzuplanen ist mindestens ein halber Tag – wer die Sammlung in ihrer ganzen Tiefe erleben möchte, sollte einen vollen Tag reservieren.

Häufige Fragen