Kultur

Das Museumsufer Frankfurt: Kulturmeile am Main

Auf kaum zwei Kilometern Mainufer findest du in Frankfurt mehr Museen als in mancher ganzen Großstadt – und das Beste ist die Dichte.

Das Museumsufer Frankfurt: Kulturmeile am Main – Frankfurt-Stadtleben

Frankfurt hat mehr Museen pro Einwohner als fast jede andere deutsche Stadt, und ein großer Teil davon liegt auf engstem Raum beieinander: am Museumsufer, dem Südufer des Mains zwischen der Friedensbrücke und dem Eisernen Steg. Ein Spaziergang hier ist kein pflichtbewusstes Abhaken von Sehenswürdigkeiten, sondern eine echte Entdeckungsreise durch Jahrhunderte Kunst, Film, Kommunikation und Kulturen.

Das Städel – eine der bedeutendsten Kunstsammlungen Europas

Das Städelsche Kunstinstitut, kurz Städel, ist das Flaggschiff des Museumsufers. Die Sammlung umfasst rund 3.000 Gemälde, mehr als 100.000 Zeichnungen und Drucke sowie eine wachsende digitale Sammlung. Von Jan van Eyck über Botticelli, Rembrandt, Vermeer und Monet bis zu Francis Bacon und Gerhard Richter – das Städel erzählt europäische Kunstgeschichte in einer Tiefe, die auch wiederholte Besuche lohnt. Der unterirdische Erweiterungsbau mit den runden Oberlichtern im Gartenhof ist selbst eine architektonische Sehenswürdigkeit. Tipp: Donnerstags hat das Städel bis 21 Uhr geöffnet, dann ist es deutlich weniger voll.

Liebieghaus – Skulpturen aus dreitausend Jahren

Direkt neben dem Städel liegt das Liebieghaus Skulpturenmuseum in einer gründerzeitlichen Villa. Die Sammlung zeigt Plastiken aus dem Alten Ägypten, der griechischen Antike, dem Mittelalter, der Renaissance und dem Barock. Was das Liebieghaus besonders macht, ist die Atmosphäre: Die Skulpturen wirken in den kleinen, wohnlichen Räumen der Villa anders als in einem großen Museumsbau – näher, zugänglicher, manchmal fast intim. Der Garten zur Mainseite ist im Sommer ein ruhiger Pausenort.

DFF – Deutsches Filminstitut & Filmmuseum

Das DFF – Deutsches Filminstitut & Filmmuseum ist eines der wenigen seiner Art in Deutschland und hat nach einem umfangreichen Umbau eine moderne Dauerausstellung, die Filmgeschichte erlebbar macht. Wer hier reingeht, versteht, wie Bewegtbilder entstehen, wie Schnitt funktioniert und welche Tricks die Filmemacher früher und heute anwenden. Das Haus hat auch ein eigenes Kino, das regelmäßig Retrospektiven und Stummfilme mit Live-Begleitung zeigt – eine besondere Erfahrung.

Museum für Kommunikation – Medien als Spiegel der Zeit

Gleich gegenüber, auf der anderen Seite der Straße, liegt das Museum für Kommunikation Frankfurt. Es beleuchtet die Geschichte der Post und der Telekommunikation vom Briefboten bis zum Internet. Die Ausstellung ist erstaunlich kurzweilig – vor allem für alle, die sich fragen, wie wir früher kommuniziert haben und warum wir so wenig über die Geschichte unserer digitalen Gegenwart wissen. Das Gebäude selbst, ein imposanter Gründerzeitbau, ist ein Hingucker.

Weltkulturen Museum – außereuropäische Perspektiven

Das Weltkulturen Museum zeigt ethnologische Sammlungen und Gegenwartskunst aus Afrika, Asien, Ozeanien und den Amerikas. Es ist eines der ältesten völkerkundlichen Museen Deutschlands und hat sich in den letzten Jahren mit ambitionierten Sonderausstellungen neu positioniert – weg vom reinen Artefakte-Zeigen, hin zu einer kritischen Auseinandersetzung mit Kolonialgeschichte und globalem Kulturaustausch.

Das Museumsuferfest – größtes Kulturfestival der Region

Einmal im Jahr, immer Ende August, verwandelt sich das Museumsufer in das größte Kulturfestival der Region: das Museumsuferfest. Über ein Wochenende öffnen die Museen ihre Türen zu stark reduzierten Eintrittspreisen, das Mainufer füllt sich mit Bühnen, Kunstinstallationen, Essen aus aller Welt und Hunderttausenden Besucherinnen und Besuchern. Das Fest ist laut, bunt, manchmal chaotisch und absolut empfehlenswert – auch wenn es bedeutet, die Museen in der Masse zu erleben.

Spaziergang-Tipp: Sachsenhäuser Seite zuerst

  • Starte am Eisernen Steg und überquere ihn auf die Sachsenhäuser Seite.
  • Gehe das Südufer entlang – die meisten Museen liegen hier auf der Schaumainkai-Seite.
  • Plane mindestens drei Stunden ein, wenn du nur schauen willst; für Städel plus ein weiteres Museum eher einen halben Tag.
  • Das Städel-Restaurant hat eine Terrasse mit Mainblick – gut für eine Mittagspause.
  • Zurück über die Alte Brücke bietet sich ein Abstecher in die Sachsenhäuser Apfelweinlokale an.
  • Die meisten Museen sind montags geschlossen – prüfe die Öffnungszeiten vorher.

Das Museumsufer ist kein Ort, den man in einem Besuch vollständig erfasst. Es ist eher ein Stadtteil, den man sich über viele Besuche erarbeitet – jedes Mal ein anderes Haus, eine andere Sammlung, ein anderer Blick auf die Welt. Frankfurt hat diesen Schatz mitten in die Stadt gebaut, direkt ans Wasser, und es lohnt sich, ihn zu nutzen.

Häufige Fragen

Wie viele Museen gibt es am Frankfurter Museumsufer?
Am Museumsufer und in unmittelbarer Nähe befinden sich über ein Dutzend Museen, darunter Städel, Liebieghaus, DFF – Deutsches Filminstitut & Filmmuseum, Museum für Kommunikation und das Weltkulturen Museum.
Wann findet das Museumsuferfest in Frankfurt statt?
Das Museumsuferfest findet traditionell Ende August statt, meist über das letzte August-Wochenende. Die genauen Termine werden jedes Jahr von der Stadt Frankfurt bekannt gegeben.
Wie komme ich am besten zum Frankfurter Museumsufer?
Mit der U-Bahn Linie U1, U2, U3 oder U8 bis Schweizer Platz oder Lokalbahnhof, dann zu Fuß zum Schaumainkai. Auch von der Innenstadt ist das Museumsufer über den Eisernen Steg fußläufig erreichbar.