Ein Museum mit fast 200 Jahren Geschichte
Das Städel wurde 1815 durch den Frankfurter Kaufmann Johann Friedrich Städel gegründet und ist damit eines der ältesten bürgerlichen Kunstmuseen Deutschlands. Städel vermachte der Stadt sein gesamtes Privatvermögen sowie seine umfangreiche Kunstsammlung — ein Akt des Bürgertums, der in Frankfurt Schule machte. Mit rund 4.700 Gemälden, fast 100.000 Zeichnungen und Druckgrafiken sowie mehr als 600 Skulpturen und Installationen spannt die Sammlung einen Bogen von der mittelalterlichen Tafelmalerei bis zur zeitgenössischen Kunst der Gegenwart. Das Stammhaus am Schaumainkai 63 wurde im Laufe des 19. und 20. Jahrhunderts mehrfach erweitert und bietet heute auf mehreren Etagen eine der dichtesten Konzentrationen europäischer Kunstgeschichte unter einem Dach.
Die Sammlung im Überblick
Im Städel begegnest du Meisterwerken aus sieben Jahrhunderten: Jan van Eycks Lucca-Madonna, Rembrandts Blendung Simsons, Botticellis Ideale Bildnis einer Dame und Vermeers Geographen hängen hier ebenso wie Werke von Monet, Renoir, Beckmann und Richter. Die Sammlung ist nach Epochen gegliedert — von der altdeutschen und altniederländischen Malerei des Mittelalters über die Hochrenaissance bis zu Barock und Romantik. Besonders stark ist die Abteilung deutscher Romantiker, darunter bedeutende Werke von Caspar David Friedrich. Das 20. Jahrhundert ist mit Expressionisten wie Max Beckmann prominent vertreten, dessen Werk eng mit Frankfurt verbunden ist. Die Abteilung für Gegenwartskunst im unterirdischen Erweiterungsbau von 2012 gilt als einer der aufregendsten Museumsneubauten Deutschlands — ein kreisrundes Glasdach lässt Tageslicht in den eleganten unterirdischen Saal einfallen.
Sonderausstellungen auf internationalem Niveau
Jedes Jahr bespielt das Städel große Wechselausstellungen, die international Aufmerksamkeit erregen. Im Frühjahr 2026 läuft unter anderem „Monet's Coast: The Discovery of Étretat“ (bis 5. Juli 2026), gefolgt von einer Schau zu Bruegel-Druckgrafiken im Sommer. Das Programm richtet sich an Kunstinteressierte ebenso wie an Gelegenheitsbesucher. Die Ausstellungen werden durch umfangreiche Begleitprogramme ergänzt: Kuratorenführungen, öffentliche Vorträge, Abendveranstaltungen und Familienworkshops machen das Städel auch für Erstbesucher zu einem lebendigen Erlebnis. Es lohnt sich, vorab einen Blick auf den Veranstaltungskalender auf der Website des Museums zu werfen und Zeitfenstertickets für besonders stark besuchte Ausstellungen im Voraus zu buchen.
Praktische Informationen für deinen Besuch
Das Museum liegt direkt am südlichen Mainufer im Museumsufer-Ensemble. Der reguläre Eintrittspreis für die Dauerausstellung beträgt 19 Euro, ermäßigt 17 Euro. Kinder unter 12 Jahren haben freien Eintritt, Jugendliche unter 18 Jahren in Begleitung eines zahlenden Erwachsenen ebenso. Jeden Dienstag ab 15 Uhr kostet der Eintritt nur 10 Euro — das ist der günstigste Moment für einen Spontanbesuch. Die Öffnungszeiten sind dienstags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr, mittwochs und donnerstags bis 21 Uhr. Montags bleibt das Museum in der Regel geschlossen. Für Sonderausstellungen kann ein Aufpreis anfallen; die kombinierten Tickets für Dauer- und Sonderausstellung bieten dabei häufig den besseren Wert.
Gastronomie und Shop
Im Gebäude befinden sich ein Museumsrestaurant mit Mainblick-Terrasse sowie ein gut sortierter Museumsshop mit Katalogen, Postkarten und Designobjekten. Das Restaurant ist auch ohne Museumseintritt zugänglich und bietet zur Mittagszeit ein wechselndes Tagesangebot. Gerade im Sommer ist die Terrasse mit direktem Blick auf den Main und die Skyline ein begehrter Platz — wer dort sitzen möchte, sollte frühzeitig kommen oder einen Tisch reservieren. Führungen, Workshops und Familienangebote ergänzen das Programm ganzjährig; Kinder-Workshops finden meist an Wochenenden statt und sollten vorher angemeldet werden.
Städel und Museumsufer: Das perfekte Duo
Der beste Moment für einen Städel-Besuch ist ein Dienstagnachmittag: günstiger Eintritt, meist etwas weniger Andrang und anschließend ein Spaziergang entlang des Museumsufers mit Blick auf die Skyline. Wer das Museumsufer systematisch erkunden möchte, kann in einer Tagestour das Städel mit dem Deutschen Filmmuseum, dem Museum Angewandte Kunst und dem Museum der Weltkulturen verbinden — alle liegen fußläufig am Schaumainkai. Die Kombination aus Weltklasse-Kunst und Frankfurter Flair macht das Städel zu einem der überzeugendsten Museumsbesuche in ganz Deutschland. Für Erstbesucher empfiehlt sich ein Audioguide, der die wichtigsten Werke in rund 90 Minuten erschließt und in mehreren Sprachen erhältlich ist.
- Über 4.700 Gemälde aus sieben Jahrhunderten Kunstgeschichte
- Unterirdischer Erweiterungsbau für Gegenwartskunst mit Glasdach (2012)
- Dienstags ab 15 Uhr ermäßigter Eintritt: nur 10 Euro
- Kinder unter 12 Jahren und Jugendliche unter 18 in Begleitung frei
- Restaurant mit Mainblick-Terrasse, auch ohne Museumseintritt zugänglich
- Direkt im Frankfurter Museumsufer-Ensemble, fußläufig zu weiteren Museen