Stadtteile

Sachsenhausen: Apfelwein, Museen & Eiserner Steg

Sachsenhausen vereint urige Apfelweinlokale, ein einzigartiges Museumsufer und das pulsierende Nachtleben von Alt-Sachsenhausen zu einem der lebendigsten Stadtteile Frankfurts.

Sachsenhausen: Apfelwein, Museen & Eiserner Steg – Frankfurt-Stadtleben

Steckbrief

Ortsbezirk
5 – Süd
Einwohner
ca. 58.000
Bekannt für
Apfelwein & Museumsufer
Wahrzeichen
Alt-Sachsenhausen, Eiserner Steg

Charakter des Viertels

Wer Frankfurt verstehen will, muss den Main überqueren. Sachsenhausen liegt südlich des Flusses und hat eine eigene Identität entwickelt, die sich deutlich vom hochbetriebsamen Bankenviertel unterscheidet. Hier regiert das gemächliche Bembel-Tempo: Man setzt sich in eine Apfelweinwirtschaft, bestellt einen Schoppen Ebbelwei und lässt die Welt an sich vorbeiziehen. Das ist kein romantisiertes Klischee, sondern gelebter Alltag – besonders in den engen Gässchen rund um die Klappergasse und die Schweizer Straße. Sachsenhausen ist Teil des Ortsbezirks Frankfurt-Süd und teilt sich grob in drei Charakterbereiche: das historische Alt-Sachsenhausen mit seinen Kneipen, das kulturgeprägte Museumsufer entlang des Schaumainkai und das ruhigere Sachsenhausen-Süd mit Wohnquartieren und Grünanlagen. Gerade diese Mischung macht den Stadtteil so attraktiv – für Touristen ebenso wie für alteingesessene Frankfurter. Wer sich die Zeit nimmt, alle drei Bereiche an einem einzigen Tag zu erkunden, erlebt in kompakter Form, wie vielschichtig Frankfurt südlich des Mains sein kann.

Der Eiserne Steg und der Main als Lebensader

Der Eiserne Steg ist mehr als eine Brücke: Er ist das romantischste Foto-Motiv der Stadt und verbindet Sachsenhausen direkt mit der Altstadt. Flaniere an einem frühen Morgen darüber, wenn der Nebel noch über dem Main liegt, und du verstehst, warum Frankfurt auch „Mainhattan“ heißt. Die Brücke wurde 1869 als erste frei hängende Eisenkonstruktion über den Main gebaut und ist heute für Fußgänger und Radfahrer reserviert. An Sommertagen hängen Liebesschlösser an ihrem Geländer, und der Blick auf die Skyline zieht Besucherinnen und Besucher aus aller Welt an. Der Mainuferweg, der sich auf beiden Seiten des Flusses entlangzieht, ist eine der beliebtesten Jogging- und Fahrradstrecken der Stadt. In Sachsenhausen bietet er auf Höhe des Schaumainkai einen besonders reizvollen Blick: links das Museumsufer, rechts der Fluss, dahinter die Türme der Frankfurter Skyline.

Das Museumsufer – Kultur auf zwei Kilometern

Das eigentliche Kulturjuwel Sachsenhausens ist das Museumsufer: Auf rund zwei Kilometern Uferlänge reihen sich mehr als ein Dutzend Museen aneinander. Ob Städel, Liebieghaus, Museum für Kommunikation oder Deutsches Filmmuseum – hier lässt sich an einem einzigen Tag ein Rundumschlag durch Kunstgeschichte, Architektur und Weltkultur unternehmen. Das Städel Museum gehört zu den bedeutendsten Kunstmuseen im deutschsprachigen Raum und beherbergt Werke vom Mittelalter bis zur Gegenwart. Das Liebieghaus zeigt Skulpturen aus fünf Jahrtausenden in einem Gründerzeitgebäude mit Parkanlage. Das Deutsche Filmmuseum widmet sich der Geschichte des Kinos und bietet ein eigenes Filmtheater. Jeden Sommer verwandelt sich der Schaumainkai beim Museumsufer-Fest in eine Freiluft-Kulturmeile, die Hunderttausende anzieht – Eintritt frei, Stimmung festlich, Beteiligung generationsübergreifend.

Alt-Sachsenhausen und die Apfelweinkultur

Alt-Sachsenhausen ist das Herz der Apfelweinkultur: Die Fachwerkhäuser und das Kopfsteinpflaster geben dem Viertel eine Anmutung, die man in der Frankfurter Innenstadt so nicht mehr findet. Ebbelwei – wie die Frankfurter ihren Apfelwein nennen – wird hier direkt vom Bembel ausgeschenkt, dem charakteristischen blauen Steingutkrug, der auf keinem Tisch fehlen darf. Die Apfelweinwirtschaften rund um die Klappergasse gelten als die authentischsten der Stadt; viele von ihnen haben sich seit Jahrzehnten kaum verändert und ziehen Stammgäste genauso an wie neugierige Erstbesucher. Neben dem Getränk ist es vor allem die Atmosphäre, die zieht: lange Holztische, Schulterkontakt mit Fremden, laute Gespräche und das Klirren von Rippchen-Tellern.

Was du in Sachsenhausen erlebt haben solltest:

  • Einen Schoppen Ebbelwei in einer der traditionellen Apfelweinwirtschaften probieren – „Zum Gemalten Haus“ an der Schweizer Straße ist ein echtes Original
  • Den Eisernen Steg bei Sonnenuntergang überqueren und den Skyline-Blick genießen
  • Mindestens ein Museum am Schaumainkai besuchen – das Städel ist ein Muss
  • Durch die Gässchen von Alt-Sachsenhausen schlendern und die alten Wirtshausschilder lesen
  • Den Mainuferweg in Richtung Ostend entlanglaufen – eine der schönsten Strecken der Stadt
  • Im Sommer das Museumsufer-Fest besuchen – Eintritt frei, Stimmung unbezahlbar

Leben, Wohnen und Tipps für den Alltag

Sachsenhausen ist zum Wohnen begehrt und entsprechend nicht mehr günstig – die Mietpreise haben in den vergangenen Jahren deutlich angezogen. Dennoch hat das Viertel seinen Charme nicht verloren. Die Schweizer Straße ist die Hauptschlagader des gehobenen Alltags: Hier findest du vom Bio-Feinkostladen über den Weinspezialisten bis zum Designermöbelgeschäft alles, was das urbane Leben angenehmer macht. Wer morgens früh joggt, nimmt den Mainuferweg Richtung Ostend – eine der schönsten Laufstrecken der Stadt. Für Ausflüge ins Grüne bietet sich der Frankfurter Stadtwald an, der direkt im Süden an den Stadtteil grenzt und weitläufige Wege durch alten Baumbestand bietet. Das Nachtleben in Alt-Sachsenhausen spricht eine breite Zielgruppe an: Neben den klassischen Apfelwein-Lokalen gibt es Cocktailbars, Irish Pubs und in Sommernächten eine fast mediterrane Außengastronomie-Dichte. Sachsenhausen funktioniert tagsüber als Kulturerlebnis und nachts als gesellige Meile – kaum ein anderer Frankfurter Stadtteil schafft diesen Spagat so mühelos. Wer zum ersten Mal zu Besuch kommt, sollte sich mindestens einen halben Tag Zeit nehmen; wer wiederholt, wird feststellen, dass es immer noch etwas Neues zu entdecken gibt.

Häufige Fragen

Was ist das Museumsufer in Sachsenhausen?
Das Museumsufer ist eine rund zwei Kilometer lange Uferpromenade am Schaumainkai, an der sich mehr als ein Dutzend Museen befinden – darunter das Städel, das Liebieghaus und das Museum für Kommunikation. Jeden Sommer findet dort das kostenlose Museumsufer-Fest statt.
Wo trinkt man in Sachsenhausen den besten Apfelwein?
Die Apfelweinwirtschaften in Alt-Sachsenhausen gelten als die authentischsten der Stadt. Klassiker sind Lokale rund um die Klappergasse und die Schweizer Straße, wo Ebbelwei direkt vom Bembel ausgeschenkt wird und das Ambiente seit Jahrzehnten unverändert geblieben ist.
Wie kommt man von der Frankfurter Innenstadt nach Sachsenhausen?
Am schönsten zu Fuß über den Eisernen Steg – die Fußgängerbrücke verbindet das Mainufer direkt mit Alt-Sachsenhausen. Alternativ fahren die U-Bahnlinien U1, U2 und U3 sowie mehrere Straßenbahnlinien in den Stadtteil.