Ein Fest, das Frankfurt liebt
Ende August ist das Mainufer zwischen Eiserner Steg und Friedensbrücke kaum wiederzuerkennen. Hunderttausende Menschen flanieren dort, wo sonst Jogger und Spaziergänger unterwegs sind — Musik klingt von 15 Bühnen, der Duft von internationalem Streetfood liegt in der Luft, und die Museen des Sachsenhäuser Ufers öffnen ihre Türen zu besonderen Aktionen und Ausstellungen. Das Museumsuferfest ist mehr als ein Sommerfest: Es ist Frankfurts Bekenntnis zu Kultur als öffentlichem Gut.
Was dieses Fest besonders macht, ist seine demokratische Grundidee. Das Mainufer gehört allen — und während der drei Festtage gehört auch die Kultur allen. Man muss sich keinen teuren Eintritt leisten, kein Reservierungssystem durchkämpfen und keine Dress-Code-Regeln beachten. Man kommt einfach. Das zieht Familien mit Kindern ebenso an wie Kunststudenten, Seniorenpärchen und zugezogene Fachkräfte aus aller Welt. In diesem Sinne ist das Museumsuferfest ein Abbild von Frankfurt selbst.
Zahlen, die beeindrucken
Das Museumsuferfest zählt zu den größten Kulturfestivals Europas. Jedes Jahr kommen rund eine Million Besucherinnen und Besucher an die drei Veranstaltungstage — eine Zahl, die zeigt, wie tief das Fest in der Stadt verwurzelt ist. Im Jahr 2025 fand das Fest vom 29. bis 31. August statt. 27 Museen nahmen teil und boten Sonderausstellungen, Workshops und Führungen an. Auf 15 Bühnen gab es mehr als 100 Programmpunkte.
Diese Konzentration ist bemerkenswert: In kaum einer anderen Stadt der Welt findet man auf so wenigen Kilometern Flussufer eine vergleichbare Dichte an Weltklasse-Museen. Das Museumsuferfest nutzt diese geographische Besonderheit Frankfurts und macht sie für drei Tage für jedermann erlebbar.
Was dich am Ufer erwartet
Das Herzstück des Festes ist das Museumsufer selbst: das südliche Mainufer, an dem sich auf wenigen Kilometern mehr als ein Dutzend bedeutende Museen reihen — darunter das Städel Museum, das Deutsche Filmmuseum, das Museum für Kommunikation und das Museum für Angewandte Kunst. Während des Fests öffnen die Häuser zu reduzierten Preisen oder mit dem Fest-Button vollständig kostenlos. Zwischen den Museen locken Foodstände mit Küchen aus aller Welt und Livemusik auf den Bühnen.
Wer das Fest zum ersten Mal besucht, ist oft überrascht, wie entspannt die Atmosphäre trotz der Menschenmassen ist. Das lange Ufer schluckt die Besucher, ohne eng zu werden — zumindest solange man nicht kurz vor dem Feuerwerk direkt am Mainufer stehen will. Der Mix aus Kulturangeboten, Essen und Musik sorgt dafür, dass sich die Menge gleichmäßig verteilt: Hier eine Führung, dort ein Konzert, dahinter eine lange Schlange vor dem Currywurst-Stand mit dem besonderen Rezept.
Der Museumsuferfest-Button
Das Fest selbst ist ohne Eintritt zugänglich — das Mainufer gehört allen. Wer aber auch in die Museen möchte, kann sich den Museumsuferfest-Button kaufen: Für rund sieben Euro erhältst du freien Eintritt in alle teilnehmenden Häuser für die gesamte Dauer des Festes. Das ist ein außergewöhnliches Angebot für alle, die Frankfurts Museumsdichte auf einen Schlag erkunden wollen. Der Button wird sichtbar an der Kleidung getragen und an allen Museumseingängen anerkannt — ohne weiteren Nachweis oder Wartezeit.
Highlights und Traditionen
- Feuerwerk über dem Main: traditionell der Abschluss des Festes — Zehntausende schauen zu
- 15 Bühnen mit Livemusik aus Rock, Jazz, elektronischer Musik und Weltklang
- Internationale Foodstände: von afrikanischen Gerichten bis zu asiatischem Streetfood
- Besondere Museumsaktionen, die es nur während des Fests gibt — Nachtführungen, offene Ateliers
- Kinderbereich mit Workshops und Mitmach-Aktionen für alle Altersgruppen
- Kostenloser Eintritt ins Festgelände — du brauchst nur den Button für die Museen
Praktische Tipps
Das Fest ist beliebt — und entsprechend voll. Am Samstagabend, kurz vor dem Feuerwerk, ist das Ufer am dichtesten. Wer Ruhe will, kommt Freitagabend oder Sonntagvormittag. Die Anreise mit dem ÖPNV ist empfehlenswert: Die U-Bahn-Haltestellen Schweizer Platz und Sachsenhausen sowie mehrere Buslinien liegen in Gehweite. Parken in der Nähe ist schwierig und teuer. Der Museumsuferfest-Button ist an Kassen vor Ort und online erhältlich.
Wer Museen besuchen möchte, plant am besten die kühleren Morgenstunden dafür ein und verbringt die Mittagshitze draußen am Wasser. Die meisten Häuser öffnen bereits um zehn Uhr, eine Stunde nach dem offiziellen Festbeginn. Nachtführungen und Abendprogramme in den Museen sind begehrte Programmformate — wer dabei sein will, sollte sich frühzeitig informieren, ob eine Anmeldung erforderlich ist.