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Frankfurt barrierefrei: Tipps für alle

Frankfurt hat in den vergangenen Jahren erheblich in barrierefreie Infrastruktur investiert – wer weiß, wo er sucht, findet eine Stadt, die allen offensteht.

Frankfurt barrierefrei: Tipps für alle – Frankfurt-Stadtleben

Barrierefreier ÖPNV: U-Bahn, Bus und Straßenbahn

Das Frankfurter Nahverkehrsnetz gilt als eines der zugänglichsten in Deutschland. Fast alle U-Bahn-Stationen verfügen inzwischen über Aufzüge und taktile Leitsysteme für Menschen mit Sehbehinderung. Mehr als die Hälfte aller Straßenbahn- und Bushaltestellen sind mit barrierefreien Hochborden ausgestattet, die ein ebenerdiges Einsteigen ermöglichen. Die VGF bietet zudem einen kostenlosen Fahrgastbegleitservice an – du bezahlst nur dein Ticket, die Begleitung ist gratis. Aktuelle Infos und einen barrierefreien Liniennetzplan gibt es beim RMV unter rmv.de.

Wer mit dem Rollstuhl unterwegs ist, sollte vor der Fahrt die RMV-App oder die VGF-Website konsultieren: Dort werden aktuelle Aufzugsstörungen in Echtzeit gemeldet. Gerade in stark frequentierten Stationen wie dem Hauptbahnhof, Konstablerwache oder Hauptwache gibt es mehrere Aufzüge pro Station, sodass bei einem Ausfall eine Alternativroute meist möglich ist. Niederflurbusse fahren auf nahezu allen Linien im Stadtgebiet; die Einstiegshöhe und die ausklappbaren Rampen machen den Zugang für Rollstuhlfahrerinnen und -fahrer deutlich einfacher als in vielen anderen deutschen Großstädten.

Zugängliche Museen am Museumsufer

Frankfurt ist stolz auf sein Museumsufer mit mehr als einem Dutzend Museen – und die große Mehrheit dieser Häuser ist rollstuhlgerecht erschlossen. Zu den barrierefrei zugänglichen Häusern zählen unter anderem das Archäologische Museum, das Deutsche Architekturmuseum, das Historische Museum Frankfurt, das Jüdische Museum, die Liebieghaus Skulpturensammlung, das MMK Museum für Moderne Kunst sowie das Senckenberg Naturmuseum. Einige historische Gebäude wie das Goethe-Haus weisen bauliche Einschränkungen auf – ein Vorabanruf lohnt sich bei Unsicherheiten.

Das Städel Museum am Museumsufer ist vollständig barrierefrei erschlossen: Es verfügt über einen stufenlosen Eingang, Aufzüge in alle Ausstellungsebenen, barrierefreie Sanitäranlagen sowie Leihrollstühle, die nach Verfügbarkeit kostenlos ausgegeben werden. Auch das Senckenberg Naturmuseum im Westend stellt Leihrollstühle bereit und hat alle wesentlichen Ausstellungsbereiche barrierefrei gestaltet. Das Historische Museum Frankfurt am Römerberg wurde nach einem umfangreichen Umbau 2017 neu eröffnet und erfüllt moderne Barrierefreiheitsstandards – inklusive Tastmodellen und Audioguides in vereinfachter Sprache.

40 geprüfte barrierefreie Angebote

Das Programm „Reisen für Alle“ zertifiziert touristische Angebote nach einheitlichen Barrierefreiheitskriterien. In Frankfurt sind inzwischen rund 40 Angebote geprüft und zertifiziert – darunter Hotels, Museen, Restaurants und Attraktionen. Eine aktuelle Liste der zertifizierten Orte ist auf der Website von Visit Frankfurt sowie auf barrierefreierleben.de abrufbar.

Die Zertifizierung durch „Reisen für Alle“ bedeutet, dass ein Angebot nach einem bundesweit einheitlichen Standard überprüft wurde – nicht nur auf Rollstuhlgerechtigkeit, sondern auch auf Zugänglichkeit für Menschen mit Sehbehinderung, Hörbehinderung oder kognitiven Einschränkungen. Wer gezielt nach einem Angebot für eine bestimmte Einschränkung sucht, kann auf der Plattform barrierefreierleben.de filtern und so passende Hotels, Restaurants oder Freizeitangebote in Frankfurt schnell finden. Die Liste wird laufend aktualisiert, weshalb sich ein regelmäßiger Blick vor einem geplanten Besuch empfiehlt.

Tipps für Spaziergänge und Ausflüge

Frankfurt bietet mehrere gut zugängliche Grün- und Freiflächen, die auch mit Rollstuhl oder Rollator problemlos erkundbar sind. Wer die Stadt zu Fuß – oder auf Rädern – erleben möchte, findet vor allem entlang des Mains und in einigen Parks gute Bedingungen.

  • Das südliche Mainufer (Sachsenhausen) ist weitgehend eben und gut mit Rollstuhl befahrbar.
  • Der Grüneburgpark hat befestigte Hauptwege, die auch für Rollstühle und Kinderwagen geeignet sind.
  • Am Römerberg sind die meisten Außenbereiche gut zugänglich; das Innere des Römers hat jedoch Stufen.
  • Der Palmengarten bietet barrierefreie Zugänge und rollstuhlgerechte Wege durch die gesamte Anlage.
  • Das Städel Museum ist vollständig barrierefrei erschlossen, inklusive Aufzug und Leihrollstühlen.
  • Die Promenade zwischen Eiserner Steg und Deutschherrnbrücke ist asphaltiert, breit und ohne Stufen – ideal für Rollstuhlfahrerinnen und -fahrer sowie Personen mit Gehhilfen.

Hilfsmittel und Verleih vor Ort

Mehrere Frankfurter Museen stellen Leihrollstühle oder Mobilitätshilfen zur Verfügung – oft kostenlos nach vorheriger Anfrage. Das Städel und das Senckenberg Naturmuseum sind hier besonders gut aufgestellt. Wer auf einen E-Rollstuhl oder Elektroscooter angewiesen ist, findet in zentralen Stadtteilen vereinzelte Verleihstationen; die Verfügbarkeit ist jedoch begrenzt, weshalb eine eigene Mitnahme im Zweifelsfall empfehlenswert ist.

Für Menschen mit Sehbehinderung halten mehrere Museen taktile Exponate und Audioguides bereit; das Städel bietet zudem Führungen speziell für blinde und sehbehinderte Besucherinnen und Besucher an. Das Historische Museum Frankfurt stellt Tastmodelle wichtiger Stadtansichten zur Verfügung. Für gehörlose Besucherinnen und Besucher gibt es in einigen Häusern Gebärdensprach-Videoguides oder die Möglichkeit, Führungen in Deutscher Gebärdensprache (DGS) zu buchen – eine Voranmeldung ist dabei fast immer erforderlich.

Informationsquellen und Beratung

Das Tourismusbüro Visit Frankfurt bietet eine englischsprachige Seite zum barrierefreien Reisen (visitfrankfurt.travel) mit aktuellen Empfehlungen. Lokale Behindertenverbände und das Sozialrathaus Frankfurt beraten darüber hinaus bei spezifischen Fragen zu Wohnen, Mobilität und Freizeitgestaltung in der Stadt.

Wer sich im Vorfeld eines Frankfurt-Besuchs detailliert informieren möchte, kann auch beim Büro für Barrierefreiheit der Stadt Frankfurt nachfragen – dort werden Auskünfte zu öffentlichen Gebäuden, Gehwegen und Veranstaltungsorten gegeben. Die Stadtbibliothek Frankfurt hält zudem Materialien in einfacher Sprache und Großdruck bereit. Für Reisende, die auf persönliche Assistenz angewiesen sind, bieten einige soziale Träger in Frankfurt stundenweise Begleitung an – eine Recherche vor dem Besuch über die jeweiligen Wohlfahrtsverbände ist empfehlenswert.

Häufige Fragen

Welche Frankfurter Museen sind rollstuhlgerecht?
Unter anderem das Historische Museum, das MMK, die Liebieghaus Skulpturensammlung, das Archäologische Museum, das Jüdische Museum, das Deutsche Architekturmuseum und das Senckenberg Naturmuseum sind barrierefrei zugänglich. Das Goethe-Haus ist hingegen eingeschränkt zugänglich.
Ist das Frankfurter ÖPNV-Netz barrierefrei?
Ja, nahezu alle U-Bahn-Stationen haben Aufzüge, über die Hälfte der Haltestellen sind mit barrierefreiem Einstieg ausgestattet. Die VGF bietet zusätzlich einen kostenlosen Fahrgastbegleitservice an.
Wo finde ich geprüfte barrierefreie Angebote in Frankfurt?
Auf visitfrankfurt.travel und barrierefreierleben.de findest du Listen mit nach dem Standard „Reisen für Alle“ zertifizierten Angeboten – derzeit rund 40 geprüfte Orte in der Stadt.