Zwei Campus, zwei Welten
Die Goethe-Universität verteilt sich auf mehrere Standorte, die wichtigsten sind der Campus Westend und der Campus Bockenheim. Der Campus Westend besticht mit dem markanten IG-Farben-Haus, weitläufigen Grünflächen und moderner Architektur – hier sind vor allem Geistes-, Sozial- und Wirtschaftswissenschaften sowie Jura zu Hause. Bockenheim, einst der historische Hauptcampus, ist im Umbruch: Viele Fachbereiche sind bereits ins Westend oder nach Riedberg umgezogen, doch das studentische Flair mit Cafés, Kneipen und Buchläden rund um die Bockenheimer Warte ist geblieben. Wer Naturwissenschaften studiert, landet meist auf dem Campus Riedberg im Frankfurter Norden, medizinische Fächer sind am Universitätsklinikum in Sachsenhausen-Niederrad angesiedelt.
Wohnen: Der Markt ist eng, aber nicht aussichtslos
Frankfurt gehört zu den teureren Studienorten Deutschlands, das ist kein Geheimnis. Die Studentenwerke bieten Wohnheimplätze an, etwa in der Nähe des Campus Bockenheim oder in Wohnanlagen im Frankfurter Osten und Westen – die Wartelisten sind allerdings oft lang, eine frühzeitige Bewerbung lohnt sich. Wer privat sucht, findet in Stadtteilen wie Bockenheim, Gallus oder Griesheim noch eher bezahlbare WG-Zimmer als im direkten Westend-Umfeld. Auch Stadtteile wie Rödelheim oder Höchst, die per Bahn gut angebunden sind, lohnen einen Blick, wenn die City-Lage nicht zwingend nötig ist.
WG-Suche: Netzwerke und Geduld
Neben den klassischen Wohnungsportalen lohnt sich der Blick in studentische Facebook-Gruppen und schwarze Bretter der Universität. Auch persönliche Kontakte über Kommilitonen oder Fachschaften helfen oft schneller weiter als anonyme Inserate. Ein Tipp: Zwischenmieten für ein Semester sind in Frankfurt gar nicht so selten, weil viele Studierende Auslandssemester machen und ihr Zimmer in der Zeit vermitteln.
Studentenleben zwischen Mainufer und Bornheim
Nach den Vorlesungen zieht es viele ans Mainufer, zum Sitzen, Reden, Grillen im Sommer – zwischen Eisernem Steg und Alter Brücke ist an warmen Abenden viel los. Das Bahnhofsviertel hat sich in den letzten Jahren zum Szeneviertel mit internationaler Küche und Bars entwickelt, auch wenn es nach wie vor ein Viertel der Kontraste ist. Wer es ruhiger mag, findet in Bornheim mit seinen Cafés und dem Bethmannpark eine entspannte Alternative, und das Nordend punktet mit kleinen Kneipen und einer lebendigen Nachbarschaft.
Günstig ausgehen und essen
Die Mensen der Studentenwerke sind nach wie vor die günstigste Option für ein warmes Mittagessen, auch am Campus Westend und in Bockenheim. Für den Abend lohnt sich ein Blick auf die zahlreichen kleinen Imbisse und Falafel-Stände im Bahnhofsviertel oder in der Kaiserstraße. Wer Kultur zum kleinen Preis sucht, profitiert oft von Studierendenrabatten in Kinos, Theatern und Museen – ein Studierendenausweis lohnt sich fast überall nachzufragen.
Unterwegs mit dem Semesterticket
Das im Semesterbeitrag enthaltene Semesterticket gilt im gesamten Verbundgebiet des Rhein-Main-Verkehrsverbunds RMV. Damit kommst du nicht nur bequem zwischen den verstreuten Uni-Standorten hin und her, sondern auch spontan nach Wiesbaden, Darmstadt oder Mainz – praktisch für Ausflüge oder wenn Freunde in der Region wohnen. Innerhalb Frankfurts sind die Wege zwischen den Stadtteilen mit U-Bahn, Tram und Bus meist unkompliziert zu bewältigen, sodass auch eine Wohnung etwas abseits der Campusse gut machbar ist.
Ankommen und Orientierung finden
Wer neu in Frankfurt ist, sollte sich in den ersten Wochen Zeit nehmen, die verschiedenen Stadtteile zu erkunden, bevor die endgültige Wohnungsentscheidung fällt. Die Studierendenschaft und Fachschaften bieten in der Regel Orientierungsveranstaltungen an, bei denen sich auch schnell erste Kontakte knüpfen lassen. Frankfurt ist kompakt genug, um sich rasch zurechtzufinden, und international genug, um nie langweilig zu werden.