Steckbrief
- Ortsbezirk
- Frankfurt-West
- Einwohner
- ca. 17.400
- Bekannt für
- Brevernsche Villa, Graubnerpark, ruhige Wohnlage
- Wahrzeichen
- Brevernsche Villa (Barockschlösschen von 1705)
Unterliederbach: Geschichte am Liederbach
Unterliederbach verdankt seinen Namen dem Liederbach, einem kleinen Fluss, der am alten Ortskern entlangfließt. Der Name taucht urkundlich erstmals im Jahr 1222 auf – das ist über 800 Jahre Geschichte, die bis heute im Stadtbild lesbar ist. Seit dem 1. April 1928 gehört Unterliederbach zur Stadt Frankfurt und liegt im Westen der Stadt, unmittelbar nordwestlich von Höchst. Der Ortskern hat sich trotz der Eingemeindung eine eigene Identität bewahrt, die man beim Durchstreifen der alten Gassen deutlich spürt.
Unterliederbach ist kein Stadtteil, der lautstark auf sich aufmerksam macht. Wer ihn nicht kennt, fährt oft vorbei, ohne zu ahnen, was hinter den ruhigen Straßen steckt. Dabei lohnt sich ein genauerer Blick: Die Kombination aus historischen Baudenkmalen, grünen Parkanlagen und einer gewachsenen Wohnstruktur macht Unterliederbach zu einem der interessanteren Stadtteile im Frankfurter Westen.
Die Brevernsche Villa: Ein Schlösschen aus dem Barock
Das architektonische Herzstück von Unterliederbach ist die Brevernsche Villa, die im Jahr 1705 als Schlösschen erbaut wurde. Das zweigeschossige Barockgebäude diente im Laufe seiner Geschichte verschiedenen Zwecken: Ab 1882 war es eine Gemeinschaftsschule, ab 1907 das Bürgermeisteramt und schließlich nach der Eingemeindung in Höchst ein Verwaltungsgebäude. Heute ist die Villa ein Wohnhaus, ist jedoch als Kulturdenkmal erhalten und prägt das Ortsbild bis heute. Das Gebäude ist einer der seltenen erhaltenen Barockbauten im westlichen Frankfurt und ein stilles Zeugnis adeliger Wohnkultur aus dem frühen 18. Jahrhundert.
Wer an der Brevierschen Villa vorbeiläuft, sollte sich Zeit nehmen für die Fassade: Die klassische Gliederung, die Proportionen und die erhaltene Substanz erzählen mehr über die Geschichte des Ortes als jede Informationstafel. Das Gebäude steht ruhig in seinem Umfeld, fast unbemerkt von Durchreisenden – dabei ist es eines der bemerkenswertesten Baudenkmale im westlichen Stadtgebiet.
Der Graubnerpark: Landschaftsgartenkultur im Westen
Nicht weit von der Brevierschen Villa entfernt liegt der Graubnerpark, der im Kern auf die Graubnersche Villa von 1755/56 zurückgeht. Im 19. Jahrhundert wurde das Gelände zu einem großzügigen Landschaftspark umgestaltet – Bäume, Wege und weitläufige Rasenflächen charakterisieren ihn bis heute. Der Graubnerpark ist eine beliebte Freizeit- und Erholungsfläche für Familien aus Unterliederbach und den umliegenden Stadtteilen. Die alten Bäume spenden im Sommer Schatten, und die weitläufigen Rasenflächen laden zum Verweilen, Lesen oder Spielen ein.
Tipp: Der Park eignet sich besonders für einen Morgenspaziergang, wenn die Ruhe noch ungestört ist und das Licht durch die alten Baumkronen fällt. Wer Kinder mitbringt, findet ausreichend Platz zum Laufen und Entdecken – ohne die Enge vieler innerstädtischer Spielflächen.
Ruhiges Wohnquartier im westlichen Frankfurt
Unterliederbach ist ein ruhiges, überwiegend von Ein- und Mehrfamilienhäusern geprägtes Wohnquartier. Mit rund 17.000 Einwohnern hat es eine ordentliche Größe, ohne das anonyme Gefühl größerer Stadtviertel zu vermitteln. Die Nähe zu Höchst sorgt für eine gute Nahversorgung und kurze Wege zu Ärzten, Einkaufsmöglichkeiten und kulturellen Einrichtungen. Wer in Höchst arbeitet oder einkauft, hat von Unterliederbach aus kurze, gut erreichbare Wege – zu Fuß oder mit dem Fahrrad ist Höchst bequem erreichbar.
Natur und Naherholung
Unterliederbach grenzt im Norden an den Liederbacher Wald, ein Teil des Frankfurter Grüngürtels. Wander- und Radwege führen von hier direkt in die Natur. Auch der Mainufer-Radweg ist nicht weit – über Höchst gelangt man bequem ans Wasser und kann entlang des Mains in beide Richtungen fahren. Der Liederbach selbst begleitet den alten Ortskern und bietet einen angenehmen, naturnahen Spazierweg, der wenig frequentiert ist und gerade deswegen seinen Reiz hat.
Das Wichtigste zu Unterliederbach
- Erstmalige urkundliche Erwähnung 1222 – über 800 Jahre Geschichte im Stadtbild
- Brevernsche Villa von 1705: barockes Schlösschen als erhaltenes Kulturdenkmal
- Graubnerpark: historischer Landschaftspark des 19. Jahrhunderts mit altem Baumbestand
- Ruhige Wohnlage nahe Höchst mit guter Nahversorgung und kurzen Wegen
- Zugang zum Liederbacher Wald und dem Frankfurter Grüngürtel im Norden
- Mainufer-Radweg über Höchst in wenigen Minuten erreichbar
Unterliederbach ist kein Viertel, das laut von sich reden macht – aber wer genauer hinschaut, entdeckt Barockgeschichte, grüne Parks und eine ruhige Wohnqualität, die im westlichen Frankfurt ihresgleichen sucht.