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Höchst: Mittelalterliche Altstadt im Westen

Höchst im Westen Frankfurts wirkt mit seiner mittelalterlichen Fachwerk-Altstadt, der Burg am Mainufer und den engen Gassen wie eine eigenständige Stadt – und genau das war es einmal.

Höchst: Mittelalterliche Altstadt im Westen – Frankfurt-Stadtleben

Steckbrief

Ortsbezirk
Frankfurt-West
Einwohner
ca. 16.000
Bekannt für
Mittelalterliche Altstadt, Höchster Schloss, Porzellanmanufaktur, Mainufer
Wahrzeichen
Höchster Schloss (erbaut 13.–16. Jh.)

Eine Stadt in der Stadt

Frankfurt-Höchst ist seit 1928 offiziell ein Stadtteil Frankfurts – doch wer hierher kommt, spürt sofort, dass Höchst eine eigene Geschichte und Identität hat. Das Viertel liegt im äußersten Westen der Stadt, direkt am Main, und bildet das Zentrum des Ortsbezirks Frankfurt-West. Rund 16.000 Menschen wohnen heute in Höchst; der gesamte Ortsbezirk umfasst etwa 120.000 Einwohnerinnen und Einwohner. Höchst kann auf eine über 1.200-jährige Geschichte zurückblicken und ist damit einer der ältesten Siedlungsplätze im Frankfurter Stadtgebiet. Die erste urkundliche Erwähnung geht auf das frühe Mittelalter zurück, und über Jahrhunderte war Höchst eine eigenständige, lebendige Stadt am Mainübergang – mit eigenem Markt, eigener Verwaltung und eigenem Stadtbild.

Die Altstadt: Fachwerk unter Denkmalschutz

Das Herz von Höchst ist seine Altstadt – ein geschlossenes Ensemble aus Fachwerkhäusern, engen Gassen und historischen Plätzen, das seit 1972 unter Denkmalschutz steht. Wer durch die Dalbergstraße oder über den Marktplatz schlendert, findet Häuser aus dem 16. und 17. Jahrhundert, restaurierte Handwerkerhöfe und Fassaden, die von Jahrhunderten erzählen. Die Altstadt ist weitgehend autofrei und lädt zum ruhigen Entdecken ein – ein seltenes Privileg im dicht bebauten Frankfurt. Gerade im Frühling und Sommer, wenn die Fensterläden geöffnet und die Blumenkästen bestückt sind, entfaltet die Dalbergstraße eine fast märchenhafte Atmosphäre, die Besucherinnen und Besucher oft überrascht.

Höchster Schloss und Burg

Das Höchster Schloss, ehemalige Residenz der Mainzer Erzbischöfe, wurde in mehreren Bauphasen zwischen dem 13. und 16. Jahrhundert errichtet. Die Anlage überragt das Mainufer und ist von der Brücke aus gut sichtbar – besonders bei abendlicher Beleuchtung ist die Silhouette eindrucksvoll. Heute beherbergt das Schlossensemble unter anderem das Höchster Porzellanmuseum, das die Geschichte der ältesten deutschen Porzellanmanufaktur dokumentiert. Diese Manufaktur wurde 1746 in Höchst gegründet und stellte bis 1796 Porzellan her, das heute in Sammlungen weltweit zu finden ist. Das Museum zeigt prachtvolle Exponate aus dieser Ära und macht die Kulturgeschichte des Viertels erlebbar.

Das Maintor und die Stadtbefestigung

Von der mittelalterlichen Stadtbefestigung Höchsts sind das Maintor, der Zollturm und das Alte Rathaus erhalten. Zusammen mit dem Schloss bilden sie ein beeindruckendes historisches Ensemble direkt am Mainufer. Der Blick vom Mainufer auf diese Silhouette ist einer der schönsten historischen Stadtansichten im gesamten Frankfurter Stadtgebiet. Das Maintor diente einst als Kontrollpunkt für Waren, die per Schiff ankamen – eine wichtige wirtschaftliche Funktion in einer Zeit, als der Main die Hauptverkehrsachse der Region war. Wer die Details dieser Architektur studiert, kann die Geschichte des mittelalterlichen Handels förmlich ablesen.

Einkaufen und Alltag in Höchst

Die Bolongarostraße ist die Haupteinkaufsstraße von Höchst und verbindet die Altstadt mit dem neueren Stadtteil. Sie trägt ihren Namen nach der bedeutenden Familie Bolongaro, die im 18. Jahrhundert durch den Tabakhandel zu großem Reichtum gelangte und in Höchst ein repräsentatives Barockpalais errichten ließ – das Bolongaropalast ist noch heute eines der markantesten Gebäude am Mainufer. Auf der Bolongarostraße selbst findest du eine Mischung aus inhabergeführten Läden, internationalen Lebensmittelhändlern und modernen Geschäften. Dienstags und freitags findet auf dem Marktplatz ein Wochenmarkt statt, der das Viertel mit frischen Produkten aus der Region versorgt.

Anreise und Tipps für den Besuch

Höchst ist per S-Bahn (Linie S1) in etwa 20 Minuten vom Frankfurter Hauptbahnhof erreichbar. Ein Besuch lässt sich gut mit einem Spaziergang am Mainufer oder einem Ausflug in die benachbarten Stadtteile Sindlingen und Unterliederbach verbinden. Wer die ruhige Seite Frankfurts sucht, abseits der Skyline und des Trubels, findet sie hier. Empfehlenswert ist es, einen Besuch im Porzellanmuseum mit einem Rundgang durch die Altstadt zu verbinden und abschließend am Mainufer einzukehren – so zeigt Höchst seine besten Seiten an einem einzigen Nachmittag.

  • Altstadt seit 1972 unter Denkmalschutz – besterhaltenes Fachwerk-Ensemble der Region mit Häusern aus dem 16. und 17. Jahrhundert
  • Höchster Schloss: Erzbischöfliche Residenz, erbaut in mehreren Phasen vom 13. bis zum 16. Jahrhundert
  • Höchster Porzellanmanufaktur: 1746 gegründet, eine der ältesten Deutschlands, Exponate in Sammlungen weltweit
  • Erhalten: Maintor, Zollturm, Altes Rathaus – Zeugnisse der mittelalterlichen Stadtbefestigung
  • Wochenmarkt dienstags und freitags auf dem Marktplatz mit regionalen Produkten
  • S-Bahn-Anbindung: Linie S1, ca. 20 Minuten vom Hauptbahnhof

Häufige Fragen

Wann wurde Höchst Teil von Frankfurt?
Höchst wurde am 1. April 1928 im Zuge der Eingemeindung in die Stadt Frankfurt am Main eingegliedert. Zuvor war es eine eigenständige Stadt mit über tausendjähriger Geschichte.
Was ist das Höchster Schloss?
Das Höchster Schloss ist eine historische Burganlage am Mainufer, die als Residenz der Mainzer Erzbischöfe zwischen dem 13. und 16. Jahrhundert erbaut wurde. Heute beherbergt sie unter anderem das Höchster Porzellanmuseum.
Wann ist ein guter Zeitpunkt für einen Besuch in Höchst?
Höchst lässt sich das ganze Jahr besuchen. Besonders schön ist es im Sommer, wenn die Mainufer-Promenade belebt ist und die Altstadt zum Flanieren einlädt. Der Wochenmarkt findet dienstags und freitags auf dem Marktplatz statt.