Eine Bühnenlandschaft von Weltrang
Wer in Frankfurt ans Theater denkt, denkt zuerst an die Städtischen Bühnen am Willy-Brandt-Platz. Hinter der markanten 120 Meter langen Glasfassade arbeiten zwei eigenständige Häuser unter einem Dach: die Oper Frankfurt und das Schauspiel Frankfurt. Beide zählen zu den renommiertesten Bühnen im deutschsprachigen Raum — und beide laden dich ein, klassisches Programm und mutiges Gegenwartstheater gleichermaßen zu erleben. Das gemeinsame Gebäude, dessen Entwurf auf die 1960er-Jahre zurückgeht, wurde mehrfach renoviert und bietet heute Spielstätten für jährlich mehrere hunderttausend Besucherinnen und Besucher. Die Lage direkt im Herzen der Innenstadt, fußläufig von Römerberg und Bankenviertel, macht die Städtischen Bühnen zu einem zentralen Kulturort, den Frankfurt-Besucherinnen und Frankfurt-Besucher kaum übersehen können.
Oper Frankfurt: Sechsmal Haus des Jahres
Die Oper Frankfurt hat sich einen internationalen Ruf erarbeitet, der seinesgleichen sucht. Das Fachmagazin „Opernwelt“ hat sie gleich sechsmal zum „Opernhaus des Jahres“ gewählt — eine Auszeichnung, die kein anderes Opernhaus so häufig erhielt. Seit 2002 prägt Intendant Bernd Loebe das Haus, das rund 180 Vorstellungen pro Spielzeit im Großen Haus mit 1.375 Plätzen zeigt. Das Repertoire reicht von Barock bis Uraufführung, von Mozart über Wagner bis zu zeitgenössischen Komponistinnen. Hinzu kommt die Spielstätte Bockenheimer Depot, die für Kammeroper, Ballett und experimentelle Formate genutzt wird und eine Atmosphäre jenseits des klassischen Opernbetriebs schafft. Junge Sängerinnen und Sänger aus aller Welt starten hier ihre internationale Karriere — das Ensemble gilt als eines der homogensten und vielseitigsten im europäischen Vergleich.
Schauspiel Frankfurt: Zeitgenössisch und mutig
Das Schauspiel Frankfurt unter Intendant Anselm Weber (seit der Spielzeit 2017/18) setzt auf politisches Theater, deutschsprachige Erstaufführungen und ein Ensemble, das gesellschaftliche Fragen auf die Bühne bringt. Neben dem Haupthaus gibt es die Kammerspiele für intimere Inszenierungen. Das Schauspiel Frankfurt hat sich über die Stadtgrenzen hinaus einen Namen für mutige Stoffe und starke Regiepersönlichkeiten gemacht: Produktionen werden regelmäßig zu Festivals wie dem Berliner Theatertreffen eingeladen. Wer das Theater abseits großer Bühnen sucht, findet in Frankfurt außerdem das Theater Willy Praml, das English Theatre und zahlreiche freie Gruppen, die kleinere Spielorte in der ganzen Stadt bespielen.
Alte Oper: Konzerte im Prachtbau
Für Konzertfreunde ist die Alte Oper am Opernplatz ein Muss. Das nach dem Zweiten Weltkrieg zerstörte und 1981 als Konzert- und Kongresshaus wiedereröffnete Historismus-Gebäude ist heute Frankfurts wichtigstes Konzerthaus. Hier gastieren Weltorchester, Jazzgrößen und Popkünstlerinnen — die Akustik im Großen Saal mit rund 2.500 Plätzen gilt als eine der besten Deutschlands. Das Foyer der Alten Oper ist auch außerhalb von Konzertabenden einen Besuch wert: Die Prachtatmosphäre und die Blickachse zum Opernplatz machen den Bau zu einem der schönsten öffentlichen Räume der Stadt.
Tipps für deinen Besuch
- Frühzeitig buchen: Beliebte Opernpremieren und Konzerte sind oft Monate im Voraus ausverkauft — Spielpläne erscheinen jeweils im Frühjahr für die kommende Saison.
- Günstiger rein: Oper Frankfurt und Schauspiel bieten Restkarten und Jugendtarife an der Abendkasse; für unter 30-Jährige gibt es zudem spezielle Abonnements.
- Führungen nutzen: Beide Städtische Bühnen bieten Backstage-Führungen und Einführungsveranstaltungen direkt vor der Vorstellung an, die tiefere Einblicke in Produktion und Technik geben.
- Spielplan-Apps: Die offiziellen Websites und die Frankfurt-Kultur-App halten den Überblick aktuell und ermöglichen Direktbuchung.
- Kombis mit Abendessen: Das Restaurant im Foyer der Oper und viele Lokale am Willy-Brandt-Platz eignen sich hervorragend für ein Dinner vor der Vorstellung.
- Mit dem ÖPNV anreisen: Der Willy-Brandt-Platz ist mit U-Bahn und S-Bahn bestens erreichbar — Parkplätze sind in der Innenstadt teuer und knapp.
Darüber hinaus: Freie Szene und Kleinkunst
Neben den großen Häusern blüht in Frankfurt eine lebendige freie Szene. Der Mousonturm im Nordend gilt als wichtigste Plattform für internationalen Tanz und Performance-Kunst und zeigt Produktionen aus aller Welt, die sonst nur in wenigen deutschen Städten zu sehen sind. Das Tigerpalast in der Heiligkreuzgasse verbindet Varieté-Tradition mit zeitgenössischer Artisten-Kunst und Gastronomie auf höchstem Niveau. Kabarett, Comedy und Lesungen vervollständigen eine Bühnenlandschaft, die keine Wünsche offenlässt und zeigt: Frankfurt investiert in Kultur, weil die Stadt weiß, was Bühnen für das Stadtleben bedeuten.