Zwei Ufer, zwei Stimmungen
Der Main teilt Frankfurt nicht nur geografisch, sondern auch atmosphärisch. Auf der nördlichen Seite, etwa zwischen Eisernem Steg und Untermainbrücke, triffst du auf die klassische Skyline-Kulisse: Hochhäuser spiegeln sich im Wasser, Städel und Museumsufer liegen in Sichtweite, und abends füllen sich die Stufen zum Fluss mit Menschen, die einfach nur sitzen und schauen wollen. Die Sachsenhäuser Seite dagegen wirkt entspannter und grüner. Hier ziehen sich breite Wiesenstreifen am Ufer entlang, auf denen genug Platz für Decken, Fußball oder einfach ausgestreckte Beine ist. Wer es lieber lebendig mag, bleibt nördlich, wer Ruhe sucht, wechselt die Brücke.
Die besten Picknick-Wiesen
Für ein entspanntes Picknick eignen sich vor allem die Wiesenflächen auf Höhe des Sachsenhäuser Ufers zwischen Alter Brücke und Flößerbrücke. Hier ist genug Abstand zum Weg, Bäume spenden stellenweise Schatten, und die Blicke auf die gegenüberliegende Skyline sind besonders am Abend eindrucksvoll. Auch die Wiesen nahe dem Holbeinsteg bieten sich an, wenn du es lieber etwas zentraler magst. Wichtig: Die Flächen werden an warmen Tagen schnell voll, wer einen guten Platz will, kommt am besten schon am späten Nachmittag.
Sundowner mit Blick auf die Skyline
Für den Sonnenuntergang lohnt sich ein Platz mit freier Sicht nach Westen. Besonders beliebt ist der Bereich rund um den Eisernen Steg, von dem aus du sowohl die Skyline als auch den Fluss im Abendlicht siehst. Auch die Höhe des Deutschherrnufers auf der Sachsenhäuser Seite bietet einen freien Blick, ohne dass du im Gedränge stehst. Wer es ruhiger mag, geht ein Stück weiter Richtung Osten zum Lindenspiel oder in Richtung Offenbacher Grenze, wo die Uferwege deutlich leerer sind, die Sicht auf den Himmel aber genauso weit.
Feierabend am Wasser: wohin nach der Arbeit
Für den schnellen Feierabend-Absacker eignen sich die Bereiche nahe der Innenstadt am besten, etwa das Nordufer auf Höhe der Alten Brücke oder die Wiesen beim Holzhausenpark-Ausläufer weiter im Westen. Von hier aus sind Bahnhof, Innenstadt und Sachsenhäuser Kneipenviertel schnell erreichbar, falls es doch noch länger wird. Wer mit dem Rad unterwegs ist, kann auch spontan flussaufwärts fahren und sich einen ruhigeren Fleck jenseits der Touristenpfade suchen.
Was du mitnehmen solltest
Eine Picknickdecke oder ein leichtes Sitzkissen gehören ebenso dazu wie ausreichend Wasser, denn Trinkbrunnen sind am Ufer selten. Praktisch sind zudem eine Mülltüte für den eigenen Abfall, Sonnencreme für die Abendstunden und eine kleine Taschenlampe, falls es länger dauert und der Rückweg über unbeleuchtete Wiesenabschnitte führt. Glasflaschen solltest du möglichst vermeiden, da barfüßige Nachbarn oder Radfahrer sonst schnell Scherben im Weg finden.
Regeln, die du kennen solltest
Offenes Feuer und Einweggrills sind auf den öffentlichen Mainwiesen grundsätzlich nicht gestattet, auch wenn man das an manchen Abenden anders vermuten könnte. Nachtruhe gilt ab 22 Uhr, spätestens dann sollte es leiser werden, besonders in der Nähe von Wohnbebauung. Alkohol ist im Rahmen des öffentlichen Rechts erlaubt, allerdings solltest du auf Rücksicht gegenüber anderen Uferbesuchern achten. Und: Müll gehört in die Tonne oder zurück in die eigene Tasche, damit die Wiesen auch am nächsten Tag noch einladend aussehen.
Fazit: Für jeden Sommertag der passende Platz
Ob lebendiger Sundowner mit Skyline-Blick, ruhiges Picknick im Grünen oder schneller Feierabend-Absacker: Der Main bietet auf beiden Seiten unterschiedliche Facetten des Frankfurter Sommers. Wer die Wiesen wechselt, entdeckt schnell den eigenen Lieblingsplatz – und trägt mit ein bisschen Rücksicht dazu bei, dass das Mainufer auch im nächsten Sommer noch genauso einladend bleibt.