Frankfurt von oben – mehr als nur der Main Tower
Wer an Frankfurter Aussichtspunkte denkt, denkt zuerst an den Main Tower. Die öffentliche Plattform in rund 187 Metern Höhe ist tatsächlich die einzige dauerhaft öffentlich zugängliche Aussichtsterrasse der Stadt – und entsprechend frequentiert. An Wochenenden und Feiertagen können Warteschlangen und Sicherheitskontrollen den Besuch deutlich verlängern. Kein Wunder also, dass sich viele Frankfurter und Besucher nach Alternativen umsehen. Die gibt es – wenn auch auf anderen Wegen. Frankfurt besitzt mit seiner Skyline eine stadtplanerische Einzigartigkeit in Deutschland: Kein anderer Ort hierzulande versammelt so viele Hochhäuser über 150 Meter auf so engem Raum. Dieses Bankenviertel lässt sich auf verschiedene Weisen erleben – und nicht immer muss man dafür in die Höhe fahren.
Skyline-Feeling in Rooftop-Bars und Hoteldachterrassen
Eine der entspanntesten Methoden, die Skyline aus der Höhe zu genießen, ist der Besuch einer Rooftop-Bar. Mehrere Hotels im Bankenviertel und in Sachsenhausen bieten Dachterrassen mit beeindruckendem Blick auf die Hochhaussilhouette. Hier brauchst du keinen Eintritt zahlen, wenn du etwas konsumierst – und kannst die Aussicht in Ruhe bei einem Drink genießen. Das Erlebnis unterscheidet sich grundlegend von einer klassischen Aussichtsplattform: Statt touristischer Infrastruktur erwartet dich eine entspannte Atmosphäre, oft mit Musik und einem kurzweiligen Publikum aus Einheimischen und Geschäftsreisenden. Die genauen Angebote wechseln, daher lohnt sich ein kurzer Blick auf aktuelle Empfehlungen vor deinem Besuch. Besonders zur goldenen Stunde, kurz vor Sonnenuntergang, entwickeln diese Locations eine Atmosphäre, die kaum zu überbieten ist.
Geführte Hochhaustouren: Innen statt Außen
Besonders spannend sind geführte Touren durch Frankfurter Bankentürme. Stadtführerinnen und Stadtführer mit offizieller Akkreditierung bieten spezielle Wolkenkratzertouren an, bei denen du Einblicke in sonst nicht zugängliche Bereiche bekommst. Beim Gallileo-Hochhaus etwa – einem der markanten Türme im Bankenviertel – finden gelegentlich solche Führungen statt. Das Gebäude beherbergt unter anderem das English Theatre, das größte englischsprachige Theater in Europa außerhalb Großbritanniens. Solche Führungen sind für all jene interessant, die Frankfurt nicht nur von außen, sondern auch von innen verstehen wollen: wie Arbeiten in einem Wolkenkratzer aussieht, welche Ingenieursleistungen in diesen Gebäuden stecken und welche Geschichte das Bankenviertel in den letzten Jahrzehnten durchlaufen hat. Plätze für diese Touren sind begrenzt und sollten rechtzeitig gebucht werden.
Der Commerzbank Tower und seine Architektur
Der Commerzbank Tower zählt zu den ikonischsten Gebäuden der Frankfurter Skyline. Das Hochhaus ist für die Öffentlichkeit normalerweise nicht zugänglich, doch bei speziellen Veranstaltungen oder im Rahmen von Architekturführungen gibt es gelegentlich die Chance, das Gebäude von innen zu erleben. Die markante Architektur mit ihren begrünten Wintergärten und dem charakteristischen Turmkopf ist jedenfalls auch von außen ein Hingucker. Der Turm, entworfen vom britischen Architekten Norman Foster, galt bei seiner Fertigstellung 1997 als höchstes Bürogebäude Europas und war ein Pionierwerk ökologischer Hochhausarchitektur. Die spiralförmig angeordneten Wintergärten sorgen bis heute für natürliche Belüftung und machen den Turm zu einem Referenzgebäude nachhaltigen Bauens. Allein das Wissen um diese Konstruktionsdetails verändert den Blick auf das Gebäude beim nächsten Spaziergang durchs Bankenviertel.
Aussicht vom Sachsenhäuser Ufer und Eiserner Steg
Nicht jeder Viewpoint muss hoch oben sein: Das Mainufer in Sachsenhausen bietet eine der bekanntesten Skyline-Perspektiven Frankfurts – auf Augenhöhe mit dem Wasser und den Hochhäusern dahinter. Der Eiserne Steg ist dabei der klassische Fotospot, besonders in der blauen Stunde oder bei Nacht, wenn die Türme beleuchtet sind. Wer die Perspektive variieren möchte, spaziert entlang des Museumsufers in Richtung Alte Brücke oder Flößerbrücke – jede Position entlang des Mains eröffnet einen leicht anderen Blickwinkel auf die Skyline. Im Sommer bietet das Mainufer außerdem die Möglichkeit, auf Liegestühlen oder Holzdecks zu sitzen und die Szenerie in aller Ruhe zu genießen – ein Genuss, der in der Hochhausstadt manchmal vergessen geht.
Tipps für den besten Blick auf die Skyline
- Main Tower unter der Woche oder früh morgens besuchen – dann sind die Wartezeiten kürzer.
- Rooftop-Bars und Hoteldachterrassen als konsumfreundliche Alternative ausprobieren, besonders zur goldenen Stunde.
- Geführte Hochhaustouren im Voraus buchen – die Plätze sind begrenzt und schnell vergriffen.
- Den Mainkai in Sachsenhausen für kostenlose Skyline-Fotospots nutzen – unterschiedliche Brücken bieten unterschiedliche Bildausschnitte.
- Bei Dunkelheit die beleuchtete Skyline vom Eisernen Steg oder Museumsufer aus fotografieren.
- Architekturführungen im Bankenviertel buchen, um die Geschichte und Konstruktion der Türme aus erster Hand zu erfahren.
Frankfurts Hochhauslandschaft lässt sich auf vielen Wegen erleben – ob von oben, von innen oder vom Boden aus. Wer etwas Flexibilität mitbringt, entdeckt neben dem Main Tower zahlreiche weitere Perspektiven auf die einzige echte Skyline Deutschlands.