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Mit dem Fahrrad durch Frankfurt: Wege, Verleih, Regeln

Frankfurt baut sein Radwegenetz stetig aus und macht es immer einfacher, die Stadt klimafreundlich, günstig und entspannt per Fahrrad zu erkunden.

Mit dem Fahrrad durch Frankfurt: Wege, Verleih, Regeln – Frankfurt-Stadtleben

Frankfurt auf zwei Rädern: Lohnt es sich?

Frankfurt gilt nicht als klassische Fahrradstadt – doch das ändert sich. Das städtische Radwegenetz wird kontinuierlich ausgebaut, Abstellmöglichkeiten werden verbessert, und das Bike-Sharing-Angebot wächst. Wer in Frankfurt mit dem Rad unterwegs ist, kommt oft schneller als mit dem Auto ans Ziel – und spart dabei Parkplatzstress und Kosten. Gerade im innerstädtischen Bereich zwischen Hauptbahnhof, Sachsenhausen und Bornheim sind Fahrradfahrende klar im Vorteil: Staus betreffen sie kaum, und die Distanzen sind kurz genug, um sie entspannt zu überbrücken. Auch für Touristen ist das Fahrrad eine attraktive Option, um in kurzer Zeit viele Sehenswürdigkeiten zu verbinden. Innerhalb von wenigen Kilometern lassen sich so das Museumsufer, die Alte Oper, der Römerberg und der Palmengarten verbinden – eine Route, die per Auto oder öffentlichem Nahverkehr deutlich mehr Zeit und Planung erfordert.

Das Radwegenetz in Frankfurt

Frankfurt verfügt über ein wachsendes Netz aus Radwegen, Fahrradstreifen und Fahrradstraßen. Besonders komfortabel ist die Fahrt entlang des Mainufers: Der Radweg am Südufer durch Sachsenhausen und am Nordufer Richtung Höchst ist gut ausgebaut und verbindet viele Stadtteile auf ruhiger Route. Im Stadtinneren gibt es markierte Radstreifen auf mehrspurigen Straßen, aber auch Lücken im Netz. Der ADFC Frankfurt veröffentlicht regelmäßig Updates zu Baumaßnahmen und neuen Strecken. Für längere Ausflüge bieten sich zudem die Taunus-Radwege nördlich der Stadt oder der Rundweg um den Stadtwald an – beides gut erreichbar mit dem Fahrrad ab Stadtmitte oder per S-Bahn mit Fahrradmitnahme. Fahrradstraßen, auf denen Radfahrer Vorrang vor Kraftfahrzeugen haben, gibt es in Frankfurt unter anderem in Bornheim und im Nordend. Sie sind mit einem blauen Schild „Fahrradstraße“ gekennzeichnet und dürfen von Autos nur als Anlieger befahren werden. Für Radfahrer sind sie eine bequeme und stressfreie Alternative zu viel befahrenen Hauptstraßen.

nextbike: Das Leihrad-System in Frankfurt

Das Bike-Sharing-System nextbike betreibt in Frankfurt rund 300 Leihräder an festen Stationen im gesamten Stadtgebiet. Das Ausleihen funktioniert per App, telefonisch oder direkt am Bordcomputer der Räder. Die Preise sind überschaubar: 1 Euro pro 30 Minuten, maximal 9 Euro pro Tag. Wer häufiger fährt, kann für 48 Euro im Jahr abonnieren – dann ist die erste halbe Stunde jeder Fahrt kostenlos. Die Stationen befinden sich unter anderem am Hauptbahnhof, am Römer und an vielen S-Bahn-Haltestellen. Die Räder sind einfach zu handhaben, robust und für kurze bis mittlere Strecken gut geeignet. Wer ein E-Bike benötigt, muss auf andere Anbieter ausweichen, da nextbike in Frankfurt keine elektrisch unterstützten Räder im regulären Bestand führt. Besonders praktisch ist die Möglichkeit, ein Rad an einer Station auszuleihen und an einer anderen Station in der Nähe des Ziels wieder abzugeben – so entfällt das Suchen eines Parkplatzes vollständig, und man ist unabhängig von festen Abholorten.

Weitere Verleihoptionen und geführte Touren

Neben nextbike gibt es in Frankfurt mehrere private Fahrradverleiher, die auch E-Bikes und Lastenräder anbieten. Für Besucher besonders interessant sind geführte Radtouren durch die Innenstadt, die Altstadt und das Mainufer – Anbieter wie Frankfurt Bike Tour kombinieren Stadtführung und Radfahren und bieten Touren auf Deutsch und Englisch an. Wer ein hochwertiges Leihrad für mehrere Tage braucht, findet auf Plattformen wie ListNRide lokale Angebote von Privatpersonen. Für Familien mit Kindern gibt es spezielle Anbieter mit Kindersitzen, Trailern oder Tandemrädern, sodass auch die jüngsten Familienmitglieder bequem mitgenommen werden können. Wer regelmäßig mit dem Lastenrad unterwegs sein möchte, kann in manchen Stadtteilen auch kostenlose Lastenräder über das Projekt „Frankfurt macht Rad“ oder ähnliche Initiativen der Stadtteile und Quartiersmanagements ausleihen – ein lohnenswerter Tipp für Einkäufe und Kurzstrecken mit Gepäck.

Wichtige Regeln für Radfahrer in Frankfurt

  • Radwege benutzen, wenn vorhanden und vorgeschrieben – Bußgelder drohen bei Nichtbenutzen gekennzeichneter Wege.
  • Beleuchtungspflicht: Vorder- und Rücklicht sind bei Dämmerung und Dunkelheit Pflicht; fehlende Beleuchtung wird von der Polizei aktiv kontrolliert.
  • Handyverbot: Das Smartphone darf beim Radfahren nicht in der Hand gehalten werden – das gilt auch an roten Ampeln.
  • Helmpflicht gilt nur für Kinder unter 12 Jahren – Erwachsene tragen ihn freiwillig, aber das Tragen wird aus Sicherheitsgründen dringend empfohlen.
  • Absteigen in Fußgängerzonen: Einige Zonen in der Innenstadt sind für Radfahrer gesperrt oder erfordern Schrittgeschwindigkeit.
  • Fahrrad sichern: Fahrraddiebstahl ist in Frankfurt ein reales Thema – nutze ein hochwertiges Schloss und sichere das Rad wenn möglich an einem festen Gegenstand.

Frankfurt und das Rad: Ein Blick in die Zukunft

Initiativen wie der Radentscheid Frankfurt, der von Bürgerinnen und Bürgern vorangetrieben wird, fordern ein dichteres und sichereres Radnetz mit durchgehenden, baulich getrennten Radwegen auf Hauptstraßen. Die Stadt hat entsprechende Ausbauprogramme aufgelegt und investiert zunehmend in sichere Abstellanlagen an Bahnhöfen und Knotenpunkten. Wer heute in Frankfurt Rad fährt, erlebt eine Stadt im Wandel: An manchen Stellen noch lückenhaft, an anderen schon vorbildlich. Es lohnt sich, dranzubleiben – und mitzufahren. Die Kombination aus wachsendem Radnetz, bezahlbarem Leihrad-System und engagierten Fahrrad-Communitys macht Frankfurt für Zweirad-Begeisterte zunehmend attraktiv. Regelmäßige Critical-Mass-Fahrten, bei denen Hunderte Radfahrerinnen und Radfahrer gemeinsam durch die Stadt ziehen, unterstreichen, wie lebendig die Fahrradkultur in Frankfurt inzwischen ist – und wie groß der gesellschaftliche Rückhalt für mehr Platz auf den Straßen geworden ist.

Häufige Fragen

Wie funktioniert das nextbike-System in Frankfurt?
nextbike betreibt rund 300 Leihräder an festen Stationen in Frankfurt. Du leihst ein Rad per App, telefonisch oder am Bordcomputer aus. Die Kosten: 1 Euro pro 30 Minuten, maximal 9 Euro pro Tag. Ein Jahresabo für 48 Euro enthält jeweils 30 Freiminuten pro Fahrt.
Gibt es in Frankfurt gute Radwege?
Ja – besonders das Mainufer bietet komfortable Radwege auf beiden Seiten des Flusses. Im Stadtinneren gibt es markierte Radstreifen, aber auch noch Lücken. Das Netz wird kontinuierlich ausgebaut; aktuelle Infos bietet der ADFC Frankfurt.
Muss ich in Frankfurt einen Fahrradhelm tragen?
In Deutschland gibt es keine allgemeine Helmpflicht für Erwachsene – auch in Frankfurt nicht. Für Kinder unter 12 Jahren ist ein Helm Pflicht. Erwachsenen wird das Tragen aber aus Sicherheitsgründen dringend empfohlen.