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Dippemess: Frankfurts traditionsreiches Volksfest

Seit dem Mittelalter zieht die Dippemess die Frankfurter in ihren Bann — heute ist das Volksfest am Ratsweg das größte seiner Art im gesamten Rhein-Main-Gebiet.

Dippemess: Frankfurts traditionsreiches Volksfest – Frankfurt-Stadtleben

Ein Fest mit 800 Jahren Geschichte

Die meisten Volksfeste behaupten, alt zu sein. Die Dippemess kann es beweisen: Ihre Ursprünge reichen bis ins Jahr 1240 zurück, die erste schriftliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 1392. Damals hieß das Fest noch „Maamess“ — nach dem Main, an dem es stattfand — und war ein Markt für Töpferwaren aus dem Westerwald und dem Kannebäckerland. „Dippe“ nennt der Frankfurter Dialekt die Tongefäße, die dort verkauft wurden. Der Name blieb, auch als sich das Fest im 19. Jahrhundert vom Handelsereignis zum Vergnügungsfest wandelte.

Diese lange Geschichte macht die Dippemess zu etwas Besonderem unter den deutschen Volksfesten. Während viele Veranstaltungen ihren historischen Ursprung nur noch im Namen tragen, ist die Verbindung zur Töpfertradition auf der Dippemess bis heute spürbar: Auch in der Gegenwart gibt es auf dem Festplatz am Ratsweg Händler, die traditionelle Keramik und Töpferwaren anbieten. Das Fest veränderte sich über die Jahrhunderte — es wanderte mehrfach seinen Standort und passte sich der wachsenden Stadt an — doch es überlebte Kriege, Seuchen und Stadtumbau. Das allein ist eine bemerkenswerte Leistung.

Zweimal im Jahr: Frühling und Herbst

Was viele nicht wissen: Die Dippemess findet nicht einmal, sondern zweimal im Jahr statt — einmal im Frühling und einmal im Herbst. Beide Ausgaben finden auf dem Festplatz am Ratsweg in Frankfurt-Fechenheim statt, seit 1968 die feste Heimat des Festes. Die Frühjahrs-Dippemess läuft traditionell von April bis Anfang Mai, die Herbst-Dippemess von Mitte bis Ende September. Zusammen ziehen beide Ausgaben rund zwei Millionen Besucher — damit ist die Dippemess das größte Volksfest der Rhein-Main-Region.

Die beiden Ausgaben unterscheiden sich in der Atmosphäre leicht voneinander. Die Frühlings-Dippemess profitiert vom Aufbruchsgefühl nach dem Winter: Die Tage werden länger, die Temperaturen steigen und viele Frankfurter kommen zum ersten großen Outdoor-Erlebnis des Jahres. Die Herbst-Dippemess punktet mit goldenen Abendlichtern und einer etwas ruhigeren, familiäreren Stimmung. Beide lohnen sich — wer beide Ausgaben kennt, hat seine eigenen Favoriten.

Was dich auf dem Festplatz erwartet

Die Dippemess bietet alles, was ein klassisches deutsches Volksfest ausmacht: Fahrgeschäfte für jedes Nervenkostüm, von sanften Karussells für die Kleinsten bis zu Achterbahnen und Freifallgeräten für Adrenalinfans. Dazu kommen Schaubuden, Glücksrad-Stände, Schießbuden und die unvermeidlichen Zuckerwatte- und Zuckerwaren-Verkäufer. Das Lichtermeer der Fahrgeschäfte am Abend hat einen eigenen Zauber, der selbst hartgesottene Erwachsene kurz in ihre Kindheit zurückversetzt.

Wer nicht auf die großen Fahrgeschäfte steht, findet ebenfalls genug zu entdecken: Handwerksstände, Töpfer-Aussteller und Händler mit regionalen Produkten sorgen dafür, dass die Dippemess ihren Charakter als Markt bewahrt hat. Das Festgelände ist weitläufig genug, um auch bei guter Besucherzahl nicht gedrängt zu wirken — besonders unter der Woche hat das Fest eine angenehme Entspanntheit.

Kulinarik auf der Dippemess

Volksfest-Essen ist ein Kapitel für sich. Auf der Dippemess findest du die klassischen Standbys — gebratene Mandeln, Bratwurst, Langos, Zuckerwatte und Lebkuchenherzen — aber auch zunehmend internationale Angebote. Wer nach dem Fahren eine Pause braucht, findet in den Festzelten und an den Ständen genug, um Kräfte zu sammeln. Ein Besuch ohne mindestens eine gebrannte Mandel ist nur halb so schön.

Auch für Durst ist bestens gesorgt: Kühle Getränke, Apfelwein in typischen Bembeln und hessische Spezialitäten gehören zum Angebot. Die Dippemess ist zwar kein Oktoberfest, aber der gesellige Charakter der Festzelte kommt dem durchaus nahe — und das in vertrauter Frankfurter Umgebung.

Tipps für deinen Besuch

  • Öffnungszeiten checken: Montag bis Freitag öffnet die Dippemess meist etwas später, Wochenenden sind am belebtesten
  • Mit der Straßenbahn anreisen: Die Linie 11 hält am Ratsweg direkt vor dem Festplatz
  • Günstiger unter der Woche: An Werktagen ist weniger los, die Wartezeiten an den Attraktionen sind kürzer
  • Abends kommen: Das Lichtermeer der Fahrgeschäfte entfaltet seine Magie erst nach Einbruch der Dunkelheit
  • Bargeld mitnehmen: Nicht alle Stände und Fahrgeschäfte akzeptieren Karte
  • Früh mit Kindern: Tagsüber ist die Atmosphäre familienfreundlicher, abends wird es voller und lauter

Mehr als Nostalgie

Die Dippemess ist nicht nur ein Fest der Tradition — sie ist auch ein Spiegel der Stadt. Neue Attraktionen kommen jedes Jahr dazu, das Publikum ist so divers wie Frankfurt selbst. Wer einmal dabei war, versteht, warum das Fest seit Jahrhunderten überlebt hat: Es bringt Menschen zusammen, egal wie alt sie sind und woher sie kommen. Das ist das eigentliche Geheimnis eines guten Volksfests — und das beherrscht die Dippemess wie keine andere in der Region.

Wer Frankfurt wirklich kennenlernen möchte, kommt an der Dippemess nicht vorbei. Sie ist kein Touristenevent, sondern ein echtes Stadtfest — eines, das die Frankfurter selbst besuchen, Jahr für Jahr, oft schon seit Generationen. Dieses Gefühl, Teil von etwas zu sein, das die Zeit überdauert, ist schwer zu beschreiben — aber auf dem Festplatz am Ratsweg lässt es sich erleben.

Häufige Fragen

Wann findet die Dippemess in Frankfurt statt?
Die Dippemess findet zweimal im Jahr statt: im Frühling (April bis Anfang Mai) und im Herbst (Mitte bis Ende September). Beide Ausgaben finden auf dem Festplatz am Ratsweg in Frankfurt statt.
Wie alt ist die Dippemess und woher kommt der Name?
Die Dippemess geht auf das Jahr 1240 zurück und ist damit eines der ältesten Volksfeste Deutschlands. Der Name leitet sich von „Dippe“ ab — dem Frankfurter Dialektwort für Tontöpfe, die ursprünglich auf dem Markt verkauft wurden.
Wie komme ich zur Dippemess am Ratsweg?
Am einfachsten mit der Straßenbahn: Die Linie 11 hält direkt am Ratsweg vor dem Festplatz. Mit dem Auto ist die Anreise aufwendiger, da Parkplätze in der Nähe begrenzt sind.