Frankfurts Hausberg
Wer in Frankfurt lebt, schaut ihn bei klarem Wetter aus der Ferne an: den Großen Feldberg im Taunus. Mit 879 Metern ist er der höchste Gipfel des Taunus und der gesamten rheinischen Schiefergebirge. Für Frankfurter ist er das, was Münchner den Hausbergen nennen würden – ein verlässliches Ausflugsziel, das je nach Jahreszeit völlig anders wirkt. Im Frühjahr blühen auf den Hängen Wildblumen, im Sommer lädt der kühle Gipfelwind zur Erholung, im Herbst färbt sich der Buchenwald intensiv, und im Winter verwandelt sich der Feldberg bei Schneefall in eine andere Welt.
Der Feldberg ist Teil des Naturparks Taunus und steht unter besonderem Schutz. Auf dem Gipfelplateau wachsen sub-alpine Matten und Moorvegetation, die sich deutlich von der umliegenden Waldlandschaft unterscheiden. Das macht den Ort nicht nur landschaftlich, sondern auch botanisch interessant – wer aufmerksam schaut, entdeckt Pflanzenarten, die man im Rhein-Main-Flachland nicht findet.
Anreise ab Frankfurt
Mit dem Auto erreichst du den Großen Feldberg in unter 45 Minuten über Bad Homburg. Mit öffentlichen Verkehrsmitteln fährst du mit der U2 oder U3 bis Oberursel Hohemark, von dort weiter mit dem Taunusbus (Linie 57) bis zum Gipfel – das Deutschlandticket gilt auf dieser Strecke. Alternativ kannst du von Oberursel aus wandern; der Aufstieg dauert je nach Route etwa zwei bis drei Stunden.
Wer mit dem Auto kommt, findet am Gipfel einen Parkplatz, der jedoch an Wochenenden und Feiertagen früh voll sein kann. Es empfiehlt sich, früh zu starten oder bewusst die öffentlichen Verkehrsmittel zu wählen. Der Bus fährt im Stundentakt, an Wochenenden im Sommer teils häufiger – Fahrplan vorab prüfen. Die Kombination aus U-Bahn und Bus dauert ab Frankfurt Innenstadt rund 60 bis 75 Minuten.
Der Ausblick vom Gipfel
Auf dem Gipfel steht ein 40 Meter hoher Aussichtsturm des Taunusklubs. Von dort siehst du bei guter Sicht die Frankfurter Skyline, das Rheintal, den Odenwald und an besonders klaren Tagen bis zu den Vogesen. Selbst ohne den Turm ist das Panorama beeindruckend. Der Gipfelbereich ist weitgehend baum- und bewuchsfrei, was den Blick in alle Richtungen ermöglicht.
Der Aussichtsturm ist in der Regel kostenlos zugänglich und über eine Wendeltreppe erreichbar. Die beste Sicht hat man bei trockenem Hochdruckwetter – Herbst und früher Winter bieten oft besonders klare Luft. Im Sommer sind Dunst und leichte Bewölkung häufig, was das Panorama abschwächt, aber keinen schlechten Tag am Feldberg bedeutet. Auf dem Gipfel befinden sich außerdem meteorologische und Fernmelde-Installationen des Deutschen Wetterdienstes, die das Gipfelbild prägen.
Wandern am Feldberg
Der Feldberg ist der Startpunkt für zahlreiche markierte Wanderwege. Beliebte Routen führen nach Oberursel, Bad Homburg, Königstein oder Schmitten. Der Taunusklub unterhält ein dichtes Wegenetz. Wer nur eine kurze Runde möchte, wandert in zwei Stunden rund um den Gipfel und genießt wechselnde Aussichten.
Besonders beliebt ist der Rundweg über den Altkönig, der zwei markante Gipfel des Taunus verbindet und dabei durch schönen Mischwald führt. Wer eine längere Tour plant, kann die Strecke bis Königstein verlängern und von dort mit dem Bus zurückfahren. Die Wege sind gut beschildert und in der Regel auch für Wanderer ohne Ortskenntnis leicht zu folgen.
Das Feldberghaus und die Einkehr
Direkt am Gipfel gibt es das Feldberghaus, eine Berggaststätte mit Terrasse. Hier kannst du nach der Wanderung einkehren und die Aussicht mit einem heißen Getränk oder einer Kleinigkeit zu essen genießen. Im Winter ist der Feldberg gelegentlich verschneit – dann verwandelt sich der Gipfel in ein beliebtes Ziel für Spaziergänger und Schlittenfahrer.
Das Feldberghaus ist an den meisten Tagen geöffnet, die genauen Öffnungszeiten können jedoch saisonal variieren. Wer auf Nummer sicher gehen will, prüft vorab. Neben dem Feldberghaus gibt es am Gipfelparkplatz in der Regel weitere kleine Verpflegungsstände, die besonders an Wochenenden und Feiertagen geöffnet haben.
Tipps für deinen Besuch
- Warme Kleidung einpacken: Am Gipfel ist es auch im Sommer deutlich kühler als in Frankfurt – mit fünf bis acht Grad Unterschied ist zu rechnen.
- Frühzeitig starten: Wochenenden können am Gipfelparkplatz und auf den Wanderwegen voll werden, besonders bei schönem Wetter.
- Gutes Schuhwerk: Viele Wege sind bei Regen matschig, feste Wanderschuhe sind sinnvoll.
- Fernglas mitnehmen: Bei klarer Luft lassen sich Skyline und Umland gut beobachten – an sehr klaren Tagen soll sogar der Fernsehturm in Stuttgart zu erahnen sein.
- Im Winter Straßenzustand prüfen: Bei Eis und Schnee kann die Zufahrt gesperrt oder kostenpflichtig gesperrt sein.
- Frühling und Herbst bevorzugen: Zu diesen Jahreszeiten ist der Feldberg weniger überlaufen und bietet oft besonders klare Sicht.
Fazit
Der Große Feldberg ist das vielseitigste Naherholungsziel im Frankfurter Umland. Ob Wanderung, Aussicht oder einfach frische Luft – der Gipfel lohnt den Ausflug das ganze Jahr über. Und der Blick auf die Frankfurter Skyline aus dieser Perspektive ist ein Erlebnis, das man einmal gehabt haben sollte.